FOLSOM EUROPE @ Gaypride Berlin 2021

FOLSOM EUROPE @ Gaypride Berlin 2021

2021 war Folsom Europe als Fußgruppe, zusammen mit den Fetischjungs von BLF/Easter Berlin und Fetish Social Berlin am CSD/Gaypride in Berlin. Hier konnten wir auch auf einem der offiziellen Trucks eine kurze Rede halten!

REDE (Alain Rappsilber/Vorstand)

Hallo und danke an alle die heute auf der Straße mit uns gemeinsam zusammen demonstrieren für unsere Sichtbarkeit in diesen ungewöhnlichen Zeiten. Ich vertrete hier heute den Folsom Europe e.V. – Europas größtes Fetish Event …und großen Spendensammler. Wir stehen für Integration und arbeiten seit 18 Jahren daran Vorurteile, Ausgrenzungen und Stigmatisierung abzubauen. Wir wollen Menschen zusammen bringen über alle Grenzen hinweg.
Die FOLSOM EUROPE Woche ist für die Bars, Shops, Restaurants, Cafés und Hotels im Kiez die umsatzstärkste Woche des Jahres. Die meisten Fetish-Shops in Schöneberg und auch das Axel-Hotel gäbe es ohne den internationalen Erfolg von FOLSOM EUROPE so heute nicht.


FOLSOM hat über die letzten 18 Jahre viele dauerhafte Arbeitsplätze geschaffen und Millionen an zusätzlichen jährlichen Steuereinnahmen generiert.


Berlin kann stolz auf FOLSOM EUROPE und die Leder- und Fetish-Szene sein Und wir sind stolz auf Berlin und unseren Schöneberger Kiez. Und unsere Leder- und Fetish-Community zeigt ein großes Maß an Verantwortung für Schwächere in unserer Community.


Auf den FOLSOM Straßenfesten in San Francisco und Berlin wurden in den letzten Jahrzehnten Millionen an Spenden gesammelt. Allein in Berlin wurden seit 2004 fast 300.000 € an Spenden gesammelt und an soziale Projekte in ganz Europa verteilt. Die Folsom Veranstalter und die Schwestern der perpetuellen Indulgenz haben von Anfang an großen Wert auf diese Verantwortung für Dritte gelegt und wir sind stolz auf dieses beispiellose System des
Spendensammelns.


Neu in der Folsom Familie ist übrigens Australiens Folsom Down Under.


Drags, Transmenschen, Leder- und Fetischmänner waren nicht nur die treibenden Aktivisten des Aufstands am 28. Juni 1969 in der Christopher Street und damit die Eltern der weltweiten CSDs, sondern auch das Rückgrat der ersten AIDS-Hilfen in der westlichen Welt in den frühen 80er Jahren – lange bevor der Staat in die Gesundheitsversor-gung und Prävention eingestiegen ist. Zusammenhalten war damals lebenswichtig und ist heute noch genauso wichtig!


Fetish liebende Menschen sind Teil unserer vielfältigen bunten Community. Wir stehen und kämpfen seit 1969 zusammen und sollten nicht den Fehler machen, einzelne Gruppen als „besser oder schlechter“ für unsere Community zu betrachten. Lasst uns auf das schauen, was uns eint und nicht auf das, was uns trennt.


Nur zusammen sind wir stark!
Diese Botschaft haben inzwischen hoffentlich auch die Verantwortlichen des CSD Bremen verstanden. Es geht nicht an das ein CSD Teile der Community ausschließt, weil sie anders sind oder nicht ins Bild passen.
Wir Fetish- und Leder Kerle gehören genauso zum CSD so wie alle anderen die hier heute mitlaufen und Flagge zeigen ob bewegte Schwester, Feministin, Regenbogen-Papi und -Mami, ob Gewerkschafter:in oder Ehrenamtler:in – Wir sind die Vielfalt kuckt Euch um wie bunt es hier ist .. . Wir sind die, die Berlin versuchen jeden Tag ein Stück besser zu machen ..


WIR ALLE SIND DER CSD BERLIN!
Ohne die Aktivisten von 1969 würden Schwule und Lesben, Trans- oder Anders-Liebende hier heute nicht stehen!
Ich bin stolz auf diese Vorkämpfer die damals in keine Schublade passten und sich getraut haben auf die Straße zu gehen. Sie wurden dafür verprügelt , eingesperrt und verurteilt … ich verbeuge mich vor Ihnen …. In Spanien, einem der ersten Länder Europas das ohne Aufsehen ganz einfach die gleichgeschlechtliche Ehe einführte, wurde erst vor wenigen Wochen ein junger schwuler Mann totgetreten. In vielen arabischen und afrikanischen Ländern ist es normal als anders liebender verfolgt, verhaftet und nicht selten getötet zu werden … Dagegen müssen wir angehen und uns für diese Menschen einsetzen.. so wie die 69er damals für sich und andere auf die Straße gingen. Wir haben noch verdammt viel zu tun.
Selbst hier in Berlin.


Ich als West-Berliner, liebe die Freiheit und weiß als Mauerkind der 70 und 80 Jahre noch, was es heißt eingesperrt gewesen zu sein. Wir müssen unsere Freiheit verteidigen … Berlin die Stadt die sich selbst als welt-offen tolerant und divers gibt … hat selbst noch so manch ein Problem, wenn man sieht und liest das in Berlin wieder viele Angriffe gemeldet werden auf anders liebende , diese beleidigt, bespuckt oder verprügelt werden.. Berlin ist noch lange nicht normal für alle Berliner Bürger.. Mein Mann traut sich bis heute nicht mit mir in der Öffentlichkeit in seiner Heimatstadt Händchen zu halten oder mich zu küssen … Auf den Kanaren oder in Thailand hat er da keine Bedenken gehabt … also Ihr seht.. wir haben hier auf der Straße noch sehr viel zu demonstrieren für Weltoffenheit und Toleranz..


Wo Vorurteile in Berlin überall zu finden sind konnte ich persönlich erleben im Handwerk 18 Jahre lang habe ich nach den Regeln gespielt vor 12 jahren aoutete ich mich und es ging los, die Beleidigungen waren das harmloseste Verleumdungen und Anschuldigungen die auf einmal da waren extrem ….das hatte mich dann wach gerüttelt es ging plötzlich um meine wirtschaftliche Existenz und den Glauben ,Gerechtigkeit und Gleichberechtigung …. ich habe mir dann gesagt du musst angefangen etwas zu ändern ..
leise und im Hintergrund konnte ich in meinem Handwerk Veränderungen voran bringen im Unterricht der Berufsschule wurden queere Themen angesprochen, in der Innung auch , die Berliner Innung war die erste die dann die Regenbogen Fahne vor 6 Jahren erstmalig hisste das Gab im Handwerk bundesweit wie ihr euch denken könnt richtig hitzige Debatten heute ist es normal für alle …
Der nächste Schritt war die Berliner Handwerkskammer das dauerte von der ersten Anfrage einigen Jahren. Erstmalig wehte die Regenbogen Fahne 2020 und ihr könnt denken was da los war.. , letzte Woche zeigte ,die Berliner Handwerkskammer-Präsidentin Carol Zart erneut den Mut die Flagge vor dem Gebäude am BTz wehen zu lassen.


Die Kommentare dazu bei Facebook und Co. waren so unterirdisch und beschämend das ich mich als Handwerker für das das Handwerk schämte. Den das Handwerk steht für mich für Vielfalt und modernes. Aber hier sind noch richtig dicke Bretter zu bearbeiten bis es normal ist bunt zu sein. jeder einzel von uns kann etwas ver- ändern !, Zusammen geht noch viel mehr und es gibt noch viel zu tun in Berlin und anderswo … ich sage nur Osteuropa …. Ich hoffe ihr alle bleibt in der verrückten Zeit gesund und munter wir sehen uns zum FOLSOM EUROPE Straßenfest am 11. September oder auf dem nächsten CSD wieder.

Danke an alle, die heute hier mit Masken mitlaufen und die Abstände einhalten.
Danke an den CSD Vorstand für die geleisteten Arbeit Danke an die Unterstützer , danke an Bruno für die Spende.

UND Danke an alle die heute hier zusammen stehen passt auf euch und eure Freunde gut auf.
Danke das ihr mir zugehört habt
.”

Tommy Schenz

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